Halbendorfer lassen es für Neptun ordentlich „krachen“

22. Juli 2013

Trabicross, Luftkissen-Gaudispringen und Tänze kommen bestens an

Halbendorf

Tausende Besucher haben am Wochenende zu Ehren von Neptun eine riesige Party am Halbendorfer See gefeiert. Die 27., und wenn dem Herrscher aller Seen und Tümpel die nicht gefiel, dann ist ihm einfach nicht mehr zu helfen.

Halbendorfer lassen es für Neptun ordentlich "krachen"
Alle Hände voll zu tun hatten die Häscher des Meeresgottes auch in diesem Jahr bei der traditionellen Neptuntaufe, die erneut ein Höhepunkt des Festes gewesen ist. Foto: Nitsche

Der Trabicross ist einfach nicht totzukriegen. Und wenn es nach Patrick Robel und Robin Nakoinz aus Schleife geht, dann gehört der Wettkampf der überdachten Zündkerzen auch 2014 wieder mit ins Programm. Die Schleifer Jungs ließen am Sonnabend das komplette Fahrerfeld – zehn Teams waren am Start – hinter sich und konnten jubeln. Nach dem zweiten vom Vorjahr wieder einmal ein Sieg für sie. Das Crazy-Team gibt immer einhundert Prozent. „Wenn wir antreten, wollen wir aufs Treppchen“, verkündete Geburtstagskind Patrick. Es war sein 22., den er nun mit dem Sieg rund machte. Auf den Plätzen: die Motorwürger aus Trebendorf und das 2-Takt-Geschwader aus Schleife.

Eine großartige Resonanz, so Moderator Thomas Walter, fand das zweite Quad-Trail im Anschluss an den Trabi-Cross. Genial, mit wie viel Karacho die Männer auf ihren heißen Maschinen über den Parcours jagten und dabei kräftig mit Modder „warfen“. Zehn Starter wollten nur eins – den Sieg. Hagen Kowal gelang kein Hattrick. „Ich kann ja nicht nur siegen“, hatte der Halbendorfer überhaupt kein Problem, anderen den Vortritt zu lassen. Im Sport gibt es immer Sieger und Verlierer. Das erste Mal am Start raste Marcel Taracski aus Gablenz aufs oberste Podest. Marcel Heinrich aus Trebendorf und Fernando Kern aus Schleife freuten sich über den zweiten und dritten Platz. Kaum als Sieger gekürt, folgte eine kräftige rosa Sektdusche. Schön klebrig, nur gut, dass der See nur Schritte entfernt ist.

Und hier blobte es an diesem Nachmittag gewaltig. Blob – der Luftkissensprung. Oder: das neue Gaudi beim Neptunfest. Nach einer gelungenen Premiere im Vorjahr sprangen diesmal 14 Teams vom sechs Meter hohen Turm. Doch von dort auf das blaue Luftkissen im Wasser zu springen, schien gar nicht so schwierig. Den komplizierten Part hatte der aus dem Team, der sich aus knapp einem Meter aufs Kissen stürzte und an dessen Spitze krabbeln musste. Auf dem wabbligen aufgeblasenen Kissen die Balance zu halten, gelang nicht allen. Schneller als vermutet, ging’s über den Rand und ab in die Fluten. Wer es nach vorn schaffte, wurde per Sprung der Kumpels regelrecht in die Luft katapultiert. Dabei eine gute Figur zu machen, brachte viele Punkte der unbestechlichen Jury mit Stefanie Peto, Linda Buder und dem Sachsen. Dem Team Lang & Länger insgesamt 30 und damit die Sieges-Lorbeeren.

Viele Familien nutzten den Sommertag am Halbendorfer See längst nicht nur zum Zuschauen, sondern genauso zum Baden oder für eine Tour mit einem Wassertreter. Am Strand fanden sich diverse Mitmach-Möglichkeiten. Und derweil die einen Spaß am Bungee-Trampolin-Springen hatten, ließen sich andere Kinder von kreativen Halbendorferinnen lustig schminken oder schauten den Wasserski-Akrobaten und Jetski-Fahrern zu, wie diese ihre Runden auf dem See drehten und abhoben.

Nach einer kurzen Dusch- und Verschnaufpause füllte sich der Halbendorfer Strand am Abend dann zusehends. So einen lauen Sommerabend darf man einfach nicht zuhause auf der Couch verbringen. Im Festzelt spielte die Partyband Jolly Jumpers, am Strand schwangen die Besucher nach heißen kubanischen Rhythmen die Hüften. Dazu leckere Cocktails an den Bars, Werder Obstwein, köstliche Bowle und Sangria oder eben „Weizenkaltschale“. Gegen 22.30 Uhr entlud sich kein Gewitter, sondern ein super Feuerwerk über dem See. Applaus! Und nun aber flinke Füße und ab ins Zelt. Hier waren Neptun und dessen Atzen im Showeinsatz. Die per Videoclip verkündeten Erziehungsmaßnahmen des Herrschers über alle Meere gegenüber den Campern am Halbendorfer See waren schon sehr speziell. Oder die gezeigten Tänze. Da blieb einigen Vertretern des starken Geschlechts schon der Mund offen stehen, so gelungen frivol ging es auf der Bühne zu. Großes Kino. Die Besucher waren hin und weg. „Die machen das ja richtig professionell“, begeisterten sich zum Beispiel Marina Ahr und Claudia Marusch. Die Seniorin Liesbeth Zeisig sagte überzeugt: „So fleißig ist doch die Jugend nicht überall wie bei uns in Halbendorf. Die sind echt Spitze. Seit Tagen sind sie am See, haben alles aufgebaut, nun das klasse Programm mit den wunderschönen Tänzen. Das muss doch auch einstudiert werden . . .“ Schon am Tag davor bei der Rocknacht bewiesen die Halbendorfer wieder einmal ihr Geschick bei der Auswahl der Bands. Mit Pickers und vor allem mit Tonbandgerät hatten die Veranstalter mitten ins Schwarze getroffen, wie es hieß.

Halbendorfer lassen es für Neptun ordentlich "krachen"
Heiß, heißer, Piratenshow. Auch am Sonntagnachmittag wurde den Besuchern des Neptunfestes einiges geboten. Foto: Mader/amr1
Halbendorfer lassen es für Neptun ordentlich "krachen"
Schlagersängerin Sylvia Martens sorgte am Sonntag für die musikalische Unterhaltung des Publikums. Foto: Mader/amr1


Gabi Nitsche

Quelle: Lausitzer Rundschau 22.07.2013

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