Zum Narrenschwof ging’s uff’n Halbendorfer Bauernhof

Was so alles beim «Narrenschwof uff’n Halbendorfer Bauernhof» passieren kann, war am Freitag und Samstag zu erleben. Denn hier wurde zur traditionellen Faschingsparty in das beheizte Festzelt auf dem Gelände an der Alten Schule eingeladen. Das Landvolk war vor allem am Sonnabend in Hochstimmung. Bis früh um 5 Uhr steppte hier zwar nicht der Bär, aber dafür die Kuh. Die lila Gattung in Gruppenformation schaffte es sogar auf das oberste Treppchen bei der abendlichen Prämierung des besten Kostüms.

Fasching Halbendorf

Besamer-Meister Enrico Beesdo (M.) und dessen Lehrling Jens Hanusch (l.) im Halbendorfer Kuhstall. Zur Seite stand ihnen «Bäuerin» Hertha.Die Bäuerinnen: Hannelore Philipp, Sigrid Ostwald, Maika Liedecke, Angela Kowal (v.l.n.r.).

Auf Hygiene wurde peinlichst genau geachtet. Bereits am Eingang war eine Seuchenmatte ausgelegt. Hier sorgten Seuchenexperte Peer Kantor und Tierärzte Conny und Henny Mittag für die nötige Einstimmung der Besucher.
Gelacht wurde in der Folgezeit am laufenden Band. Denn Bäuerinnen und Bauern sowie manches Getier liefen auf der zum Kuhstall dekorierten «Bühne» zur Höchstform auf. Sehr zum Gefallen der Besucher, die reichlich erschienen waren, blieb kein ländliches beziehungsweise zwischen-tierisches Thema ausgespart. Der Meister der Abteilung Besamung (Enrico Beesdo) und dessen Lehrling (Jens Hanusch) demonstrierten, wie schwer es sein kann, eine Kuh zu melken. Da half es auch nicht, die Beine festzubinden, denn so ein schwarzgeflecktes Tier weiß sich auch mit dem Schwanz zu helfen . . . Dass ein gefragter Zuchtbulle (von Olaf Hanusch dargestellt) ein verdammt anstrengendes Leben hat, daran zweifelt in Halbendorf nun niemand mehr.
Auch das Thema «Bauer sucht Frau» fehlte an diesem Abend nicht. Cordula Jurk und Andrea Urbank hatten unter diesem Thema Besucher zu verschiedenen lustigen Spielen gebeten. Für so manche Lacher sorgte auch Robert Jurk, der in die Rolle der Bäuerin «Hertha» geschlüpft war. So, wie es früher auf den hiesigen Dörfern üblich war, trafen sich auch hier die Frauen an der Milchrampe. Und derweil am Freitagabend Gisela Panoscha und Roswitha Thümmler kein Blatt vor den Mund nahmen und ihren Tratsch-Gelüsten freien Lauf ließen, oblag diese Aufgabe dann am Sonnabend deren Männern (von Ilse Walter und Simone Urbank gespielt). Und obwohl Männer ja immer von sich behaupten, sie würden keineswegs über andere herziehen, bewiesen diese nun genau das Gegenteil.
Viel Applaus erhielten die vier Bäuerinnen Hannelore Philipp, Sigrid Ostwald und Maika Liedecke sowie Angela Kowal. Letztere hatte die Halbendorfer Geschichten «Daran hat vor 50 Jahren noch niemand gedacht» zu Papier gebracht. Zu den absoluten Publikumslieblingen avancierten Reiner und Henry Marusch, Lothar Ahr und Uli Scheffler als «Rocky Sharps» – eine legendäre Rock ’n’ Roll-Gruppe. Verschiedene Medleys der Halbendorfer Jugend rundeten mit ihren Tänzen und Sketchen das Programm ab.
«Unser Heimatverein und der Jugendklub haben auch diesmal wieder alles organisiert und einstudiert» , erzählt Andy Kowal, der Chef des Heimatvereins. Doch das Programm allein ist es ja nicht, was so einen geselligen Abend zum Erfolg macht. In vielen Freizeitstunden haben die Kreativsten unter den Halbendorfern Episoden aus dem Landleben auf große Pappen gezeichnet und damit die Zeltwände dekoriert.
Ganz zu schweigen von der Versorgung und vom Aufräumen. Als gestern Vormittag so manch Faschingsgast noch eine Mütze voll Schlaf nahm, wurde im Festzelt schon wieder fleißig Besen und Wischlappen geschwungen. Viel Zeit blieb nicht, wartete doch mit dem Kinderfasching um 15 Uhr schon die nächste Herausforderung.

Quelle: LR-online.de

 

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