Halbendorfer machen Nägel mit Köpfen

Beim Fasching hauen die lustigen Handwerkersleut mächtig drauf

fasching

Diese Blumen sorgten nur mit ihrem Dasein für Fröhlichkeit.
Foto: mat1

Verfügen die Halbendorfer selbst nicht über einen großen Saal, dann muss eben ein Festzelt her. Gefeiert wird auf jeden Fall, darüber sind sich die Einwohner einig.

Seit 1999 wird Jahr um Jahr zum traditionellen Fasching in ein Festzelt eingeladen. Dann tanzen keine Funken, sondern kommen knallharte Themen auf den Tisch.

Am Sonnabend wurden „Nägel mit Köpfen“ gemacht. Und das nicht nur beim Thema Eingemeindung nach Schleife, wie der humorvolle Abend zeigte.

Bereits am Eingang des Festzeltes mussten sich die Besucher beim Einschlagen eines Nagels oder beim Hobeln auf einer alten Werkbank ausprobieren. Als Tischdeko kamen die Hobelspäne gerade recht. Die Halbendorfer haben seit Jahren den großen Wunsch, die Alte Schule in ein Dorfgemeinschaftshaus umzubauen. Im Rahmen des Faschingsprogramms wurde dieses Problem in spöttischer Art aufgegriffen. Immerhin wollen die Halbendorfer in dieses Projekt mit einer Bauzeit von zwei Wochen 4,6 Milliarden Euro investieren, machten sie klar.

So ging es Samstagabend im Festzelt zur Sache. Meister Olaf, Architekt Sebastian, Lehrling Stefanie und Innenarchitekt David nahmen sich dieser Sache an. Oft etwas unbeholfen wirkte Lehrling Stefanie, die nicht ganz vertraut mit einem Akkuschrauber war. Doch Meister Olaf hatte die richtige Erklärung: „Ein Akkuschrauber sieht aus wie ein Föhn“.

Die Halbendorfer sorgten für viel Gaudi im Saal, und jede Baubegehung warf neue Fragen auf. Ortsansässige Firmen sollten den Fall richten. Jede Menge lustige Zimmermannsleute waren an diesem Abend unterwegs. Schließlich probierten sich Lothar Kowal und Hartmut Holz mit kraftvollen Hammerschlägen beim Umbau der Alten Schule aus. Die Zuschauer erfuhren auch, dass der Bau etwas größer ausfallen muss, denn der Heimatverein hat „viel Gerümpel“. Nach langem Hin und Her kam es zuguterletzt noch zum Baustop.

Aufgelockert wurde das Baugeschehen immer wieder durch Tanzeinlagen.

„Der Fasching hier in Halbendorf ist jedes Jahr top. Die Veranstalter geben sich große Mühe, den Besuchern eine tolle Kulisse zu bieten und dabei noch jede Menge Spaß zu haben“, so Dieter Pötschke (47) aus Halbendorf. Mit der Musik vom Discoteam P & P stieg das Stimmungsbarometer. Am Rondell fanden die Gäste mit Sicherheit die richtigen Getränke.

Am Freitag fand bereits der Seniorenfasching statt. Dafür wird die Generalprobe genutzt. Die Stimmung war ebenso gut. Nicht nur die älteren Herrschaften hatten ihren Spaß. Auch die Jugend war gekommen, um schon mal zu gucken, was sie am Sonnabend erwartet. Am gestrigen Sonntag gab es das lustige Treiben für die Kinder im Zelt. Organisiert wurde das dreitägige Faschingswochenende vom Heimatverein, der Domowina-Ortsgruppe sowie dem Jugendclub. Am Samstag kamen 400 Besucher zur großen Faschingsfete. „Diese Veranstaltung soll auch für unsere Einwohner ein Dankeschön sein, dass sie uns bei unserer Zampertour immer mit offenen Armen empfangen und unterstützen“, sagte Olaf Hanusch. Übrigens: 1200 Liter Heizöl waren notwendig, um dem Zelt eine wohlige Wärme bei diesen frostigen Temperaturen zu geben.

Quelle LR-online 28. Januar 2013

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.